Medium und Genre Panoramatische Literatur als historiographisches Material in Walter Benjamins Passagenarbeit

Auteur: 
Isabel Kranz
Abstract: 

Lange bevor sich cultural und urban studies mit der Populärliteratur des 19. Jahrhunderts befassen, sammelt Walter Benjamin für die Vorstudien seiner Passagenarbeit Zitate aus den bekanntesten französischen Textsammlungen der 1830er bis 1850er Jahre, die er „panoramatisch“ nennt. Das Bildmedium Panorama und das gleichnamige literarische Genre sind für ihn strukturell verwandt, da beide einen Überblick über ein größeres Ganzes präsentieren. Während das optisch-technische Medium hierzu eine möglichst gleichzeitige Gesamtschau bieten möchte, arbeitet das literarische Genre mit der Aufteilung des Raumes in kleine Einheiten. Beide stehen zudem als Kollektivwerke und massenwirksame Unterhaltungsmedien exemplarisch für neue ökonomische Verhältnisse. Ausschlaggebend für Benjamins Interesse an der Panoramaliteratur ist jedoch weniger die Funktion einer Gesamtschau als vielmehr die topographische Zentrierung dieser Texte um „Paris, die Hauptstadt des XIX. Jahrhunderts“.

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