„Typen“ oder „Individuen“? Personennamen in literarischen Sittenstudien um 1840

Auteur: 
Olaf Briese
Abstract: 

Literarisch-publizistische Texte, die unter dem Sammelbegriff „Physiologien“ um 1840 erfolgreich waren, verfolgten zwei ambitionierte Ziele. Einerseits unternahmen sie eine Vermessung der Sozialverhältnisse der Moderne; sie stellten, fokussiert auf Grossstädte, revueartig eine Vielzahl von Berufen und Ständen vor. Andererseits zielten diese Texte (die eben keine wissenschaftlichen Texte waren, sondern publizistisch-literarische) darauf, diese modernen Sozialverhältnisse „anschaulich“ zu machen. Im Vergleich von vier Physiologie-Serien aus England, Frankreich, Österreich und Preußen (Heads of the People: or, Portraits of the English, 2 Bde., 1840/41; Les Français peints par eux-mêmes, 5 Bde., 1840-42; Wien und die Wiener, 1844; Berlin und die Berliner, 8 Hefte, 1840-42) fragt dieser Beitrag: Wie gestaltet sich in diesen Physiologien das Verhältnis von Typologie und Konkretisierung?Wurden lediglich soziale und berufliche Typen im Allgemeinen dargestellt? Oder gewannen sie konkreten Gehalt in fiktiven Personen und fiktionalisierten Biographien? Und, der methodische Kern der hier vorgenommenen Analyse: Welche Rolle spielten fiktive Personennamen dabei?

Fichier attachéTaille
illi8olafbriese.pdf463.6 KB

Published under a Creative Commons License By attribution, non-commercial